Der absolute Ort - Philosophie des Subjekts (Band 1); Ronald Engert

Der absolute Ort - Philosophie des Subjekts (Band 1); Ronald Engert
Modell: B114
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Gesammelten Aufsätze von Ronald Engert, die in Tattva Viveka in den Jahren 1994-2014 erschienen sind

Es zeigt sich, dass sich ein roter Faden durch die Texte in diesem Buch zieht, der am besten als eine Philosophie des Subjekts bezeichnet werden kann, die in Bezug auf den absoluten Ort bestimmt wird. Dieser absolute Ort ist Gott in einem integralen Verständnis, das auch die Rationalität der Wissenschaft und Aufklärung mit einbezieht. Das Subjekt ist die nicht weiter reduzierbare Wahrheit des lebendigen Individuums, dass die Welt erkennt. Es ist das einzigartige Selbst, dass sich verwirklichen möchte. Es ist der Ursprung vom Glück, aber auch vom Leiden, gleichzeitig die Ursache des Problems und dessen Lösung. In der Offenlegung der Subjektivität gelangen wir zur objektiven Erkenntnis und zum ganzen Bild der Wirklichkeit.

374 Seiten, gebunden, 15,7 x 3,8 x 21,6 cm

Best. Nr.: B114

Über den Autor:
Geb. 1961 in Hofheim/Ried. Studium der Philosophie und Germanistik. 1994 Gründung der Zeitschrift »Tattva Viveka. Forum für Wissenschaft, Philosophie und spirituelle Kultur«. Seitdem Herausgeber und Chefredakteur. Lebt in Berlin.

Leseprobe
(Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.)

Jeder Mensch ist ein Subjekt. Das Subjekt braucht einen absoluten Ort, um sich und seine Relation zu bestimmen. Der absolute Ort ist die feste Position, an der wir uns ausrichten können und von der aus wir fließen können. Dieser Ort ist eine reine Objektivität, von der aus sich das Subjekt konstitutiert. Der französisch-jüdische Philosoph Emmanuel Levinas (1905-1995) erklärt: 'Die Menschen finden ihren Platz in der Welt in bezug auf den absoluten Ort, in bezug auf den makom.' Das hebräische Wort makom ist ein alter nachbiblischer Name für Gott, übersetzt als ›der Ort‹. Die Suche nach diesem absoluten Ort innerhalb der menschlichen Gesellschaft führte zu Führerkulten, Vergötterungen von Menschen und Ideologie. Dies kann nicht die Lösung sein. Wir entkommen so nicht der Relativität, denn es gibt anscheinend innerhalb der menschlichen Ebene kein absolutes Kriterium, keinen absoluten Referenzrahmen. Das bedeutet, was für den Einen richtig sein mag, kann für den Nächsten schon falsch sein. Alles ist relativ. Ich möchte mich an dieser Stelle nicht über die Philosophien ergehen, die aus diesem Umstand eine Haltung des Nihilismus, eine Philosophie des Absurden oder einen Konstruktivismus abgeleitet haben. Auch spirituelle Philosophien, die die Welt als eine Illusion betrachten, kommen hier nicht in Betracht. Ich möchte eine positive, aufbauende Lesart vorschlagen. Hierzu ist jedoch die Einführung einer umstrittenen Kategorie notwendig: die Kategorie Gottes. Die Welt, das Wesen unserer Seele, ja die grundlegensten Geheimnisse des Lebens enthüllen sich mittels dieses Katalysators. 'Die Kategorie Gott ist konstituierendes Grundelement des philosophischen Systems. Gott ist der absolute Ort, und die menschliche Position in der Wirklichkeit wird in Bezug auf diesen absoluten Ort definiert.' (In diesem Buch S. 19)
Dieser Gottesbegriff kann indes moderner nicht gedacht werden. Es handelt sich nicht um den alten Mann mit dem grauen Bart und dem drohenden Zeigefinger. Wir sprechen hier von einem transrationalen Verständnis. Diese Kategorie Gottes bezieht die Vernunft und die Aufklärung mit ein. Dieser Gott wird nicht allgemein definiert. Es liegt an jedem selbst, wie er Gott versteht, denn es gilt nur die persönliche Erfahrung. Gleichwohl mag es erlaubt sein, darüber zu diskutieren und Richtungen zu geben. Ein Name Gottes ist 'Die Makroinvarianz'. Er ist das große Unveränderbare, ewig, vollkommen, immerwährend. Es bedarf eines mystischen Sprungs, der nicht mit logischen Schlüssen zu bewältigen ist, um in das absolute Bezugssystem zu gelangen. Dass die Welt sich nach diesem Sprung aber als sinnvoll und logisch erweist, beweist die Realität dieses Manövers wie auch Gottes. Es ist mehr als eine Leistung des Intellekts. Es umfasst den ganzen Menschen mit Leib und Seele. Es geht um Liebe. Und es ist eine Erfahrung. In der Beziehung der liebenden und dienenden Hingabe zu Göttin-Gott erfahren wir die Liebe, die die Seele sucht. Wir erfahren die Ewigkeit, denn diese Beziehung ist ewig. Und wir erfahren vollkommenes Wissen, weil wir auf diese Weise mit dem verbunden sind, mit dem alles verbunden ist. 'Es gibt keine Wahrheit über mir. Alles ruht auf mir wie Perlen auf einer Schnur.' (Bhagavad-gita 7.7) Nur wenn sich die individuelle Seele auf diese spirituelle Beziehung zurückbesinnt, findet sie vollkommene Zufriedenheit. Gott ist der absolute Ort, der absolute Montagepunkt, über den auch die Beziehungen der Einzelseelen untereinander zur Vollkommenheit kommen. Gott ist das Axiom, das nicht Beweisbare. Die ewigen Kategorien, wie sie in den offenbarten Schriften niedergelegt sind, sind der Quellcode, die non-kausale Setzung, mit dem sich das Programm dieser Schöpfung verstehen lässt.' (ebd. S. 349)

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